Igelnachwuchs auf bayerischen Straßen und in heimischen Gärten unterwegs – LBV erklärt richtigen Umgang mit Jungigeln

Aktuell erreichen den LBV vermehrt Anrufe, was zu tun sei, wenn man scheinbar verlassene Igelbabies umherlaufen sieht. „Wenn ein Nest ohne Muttertier gefunden wird, besteht erstmal kein Grund zur Sorge. Igelmütter müssen auch auf Nahrungssuche gehen und verlassen das Nest schon mal für ein paar Stunden“, so Lange. „Deshalb sollte man vorerst abwarten und aus der Ferne beobachten, ob die Jungen wirklich so verlassen sind, wie es auf den ersten Blick scheint.“ Oft werden Igelkinder von Igelfreund*innen eingesammelt oder das Nest wird zum Beispiel durch Gartenarbeiten gestört. Im schlimmsten Fall verlässt die Mutter dann das gestörte Nest und kommt nicht wieder. 

 

Doch wie erkannt man Igel, die wirklich Hilfe benötigen? 

Tatsächlich hilfsbedürftige Igelkinder haben geschlossene Augen und Ohren, sind oft nicht oder nur spärlich behaart, fiepen laut und befinden sich außerhalb des Nestes, Igel egal welchen Alters, die verletzt sind, apathisch wirken, viele Parasiten haben oder auch röcheln, husten, torkeln und sich nicht einrollen, sind ebenfalls hilfsbedürftig.

Nur in solchen Situationen ist Eile geboten, denn die verwaisten Igelsäuglinge können dann ohne menschliche Hilfe nicht mehr überleben.

Der Gang zum Tierarzt oder fachkundige Hilfe ist unumgänglich. Wer sich nicht sicher ist, was in so einer Situation genau zu tun ist, findet Rat unter www.lbv.de/igel-gefunden.

 

Dennoch können Naturfreund*innen den niedlichen und nützlichen Gartenbewohnern helfen, die gerne Schneckeneier oder Schnecken fressen. Indem sie eine Tränke und zeitweise eine Futterstelle aufstellen, unterstützen sie die Igel bei der Nahrungssuche. 

Damit wird verhindert, dass untergewichtige Igel im Winter in menschliche Obhut genommen werden müssen. 

Meist kommen die Tiere abends regelmäßig zu den bekannten Futterstellen. 

Für den Futterteller eignet sich beispielsweise ein Gemisch aus 

 

Katzenfutter, Igeltrockenfutter und ungewürztem Rührei. „Igel sind Fleischfresser. 

Auf keinen Fall sollten Speisereste oder Obst gefüttert werden. 

Auch Milch vertragen sie nicht und können sogar daran sterben“, 

Um Krankheiten zu vermeiden, müssen Futterreste täglich entfernt und das Wasser erneuert werden. 

 

Doch auch vor Regen sollte das Futter geschützt sein. Manche ungebetenen Gäste wie Katzen 

kann man außerdem mit einem Igelfutterhaus von der Futterstelle fernhalten.

 

Weitere Informationen zu Igelfindlingen sowie ein Bauplan für ein Futterhaus finden 

Interessierte unter www.igel-in-bayern.de.